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Aktuelles aus der Arge:
Auszug aus dem Mitteilungen Nr. 66 - März 2009


 Forschung - Strubel (Karl-Heinz Imfeld)
 Postgeschichte - Grenzrayons (Hilmar Sturm)
 Sammlungen - ... nicht immer Altschweiz (Jürgen Baumgarten)
 Sammlungen - Stempel (Vogt, Sturm, Kuppinger) 

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Forschung

Aus einer umfangreichen und über viele Jahre zusammengetragenen Sammlung von Klischeefehlern und Abarten berichtet Karl-Heinz Imfeld ausführlich über Randfehler der 15 und 40 Rappen Marken sowie Besonderheiten der Randlinien auf den 5 Rappen Strubeln  - ein Muss für jeden engagierten Strubel-Sammler. Hier ein kleiner Auszug:

   Abb. 4 

„Farbloser Fortsatz rechts am A von RAPPEN und farbloser Spieß am rechten Unterarm der Helvetia“ Bei den Münchener Drucken der 24A1 bis 24A3 (24Aa, 24A), befindet sich das Klischee in der 1. waagerechten Bogenreihe, immer rechts neben dem vorherigen Klischeefehler (Kf) (Position 3 bis 9, Abb. 4). Bei der 24B1.II und 24B1m.II (24B, 24F) dagegen auf Position 24 und bei der 24B3.II (24D) in der 10. senkrechten Reihe (Positionen 20, 30 oder 40) des Druckbogens.

   Abb.5        Abb. 6

„Farblose Punkte im oberen Rahmen rechts und im anschließenden Quadrat“ (Abb. 5). Vorkommen auf 24A1–24A3  (24Aa, 24A), 24B1.I  (24B9 und 24B3.III (24D). Keine Positions­bestimmung möglich.

„Farbloser Punkt im oberen rechten Quadrat“ (Abb. 6). Vorkommen: 24A1 -24A3 (24Aa, 24A), 24B3.III (24D) in 5. waagerechter Bogenreihe (Position 42 bis 49). Beim 1. Berner Druck bisher kein Fund.

zwei Klischeefehler nebeneinander im Dreierstreifen, 2. und 3. Marke, links
neben einer 24A3 auf einem doppelgewichtigen Brief von Carouge nach Frankreich

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Postgeschichte

Über die Schweizer Grenzrayons, "Rayon Limitrophe", mit ausführlichen Tabellen über die Portostufen und die Geschichte des grenznahen Postwesens  berichtet Hilmar Sturm, hier ein kleiner Auszug:

In diesem Bericht wird das Grenzrayon von und nach der Österreich berücksichtigt. Über das Grenzrayon von und nach Liechtenstein gibt es einen separaten Bericht. Die Bewohner beiderseits der Schweizer Grenze hatten die Möglichkeit, in bestimmten Distanzen Briefe zu einer ermäßigten Taxe zu verschicken. Damals sagte man sich: Die Beförderung eines Briefes verursacht umso weniger Kosten, je kürzer die Distanz zwischen dem Absender und dem Empfänger ist. Eine Postsendung ins grenznahe Ausland sollte daher nicht teurer sein als ein Fernbrief im Inland.  

 

 

 

 

 

 

Brief von Feldkirch nach St. Gallen; Distanz 27 Km; Brief vom 25.06.1856; 3 Kr. Briefgebühr, je 15 gr. ohne RL Stempel,
Die Durchkreuzung auf der Vorderseite sagt aus, dass das Por­to bis zum Empfänger im Ausland im Voraus bezahlt wurde.

 

   

Kaiser Karl sah sich gezwungen am 1.11.1918 den Thronverzicht zu unterschreiben. Dies war der Schritt von der Monarchie in die Republik „Deutsch-Österreich“, welche am 12.11.1918 ausgerufen wurde. Auf Grund des Friedensvertrages vom 10.09.1919 von St. Germain, wurde dem übrig gebliebenen Rest von Österreich die Bezeichnung „Deutsch-Österreich“ untersagt, und nannte sich ab 1922 nur noch „Österreich“. Im Jahre 1920 setzte als eine der Folgen des Kriegsausganges eine inflationäre Entwicklung ein, die auch in der Philatelie deutlich sichtbar ist und erst durch das Schilling-Gesetz vom Dezember 1924 ein Ende fand.

 

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Es muss nicht immer Altschweiz sein ...

Wir alle kennen die Kantonals von der Schweiz. Die ersten waren die 4 und die 6 Rappen von Zürich, die am 1.3.1843 verausgabt wurden. Zumindest kennen Sie diese aus Auktionskatalogen, Exponaten bei größeren Ausstellungen oder schönen philatelistischen Bilderbüchern über Schweizer Briefmarken. Allerdings werden diese beiden Marken für die meisten Schweiz-Sammler für immer ein Wunschtraum bleiben und auch bleiben müssen, da sie doch etwas teuer sind.

Dr. Jürgen Baumgarten zeigt in seinem angenehm lockeren Artikel auf, dass es ja auch die „Zürcher“ für den kleinen Sammler gibt und wie interessant diese sein können.

Ein einfacher Auslandsbrief  mit der Destination Argentinien, der mit drei Marken tarifgerecht frankiert ist, dürfte ebenfalls nur ein paar Euro kosten, auch wenn er vielleicht nicht so ganz einfach zu finden ist.

   

Selbst ein eingeschriebener Auslandsbrief, mit 60 Rp. also mit sechs Marken korrekt frankiert, ist wirklich keine Seltenheit. Hier ein Exemplar, das mit einem Viererblock und einem Paar jeweils vom Bogenrand frankiert ist und als schöne Mehrfachfrankatur wirklich sammelwürdig ist. Übrigens weist dieser Brief rückseitig neben dem Ankunftsstempel noch 5 verschiedene Zensorenstempelchen auf! Solche Briefe dürften auch dem strengsten Juroren keinen Anlass geben, an der bedarfsgemäßen Verwendung der Marken zu zweifeln.

   

Der Block wurde bei einem Frankaturwert von 10 Rp. von der Post zu 3 Franken verkauft (und da mäkeln wir heute über Zuschläge von 50%). Hier der Block auf einem Ortsbrief (10 Rp.) per Einschreiben (+20 Rp), dem man zwar die „Philatelistische Mache“ deutlich ansieht, der aber immerhin tarifgerecht frankiert ist und auch tatsächlich durch die Post befördert wurde (zu erkennen am rückseitigen Ankunftsstempel). Marken und Block sind  mit dem roten  Sonderstempel der Jubiläumsveranstaltung am 4.3.1943 entwertet.

 

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Stempel, Stempel, Stempel

Gleich drei Artikel beschäftigen sich mit unterschiedlichen Stempeln:

Dr. Matthias Vogt fand Formularstempel des Zolls,
Hilmar Sturm Stempel der Gruppe 148 und last not least berichtet
Martin Kuppinger über Stempel der 1860er und 70er Jahre aus Locle

Wären sie brav auf ihren Formularen geblieben, kein Mensch (außer zwei, drei Spezialisten) hätte Grund gehabt, sich mit den Stummen Zwergstempeln des Schweizer Zolls zu beschäftigen. Aber einige wenige machen sich auf Briefmarken wichtig. Das löst die Frage bei einem breiteren Publikum aus: Was tun die da?

... fragt M. Vogt

 

  

   

  

Der Stempel BERN, der Gruppe 148 – mit Elzevirschrift, mit großem Kreuz im Aussenkreis, mit Vermerk. Der Stempel war im Einsatz
vom 26.05.1866 – 23.06.1868 

Der reparierte Stempel BERN, aber mit Blockschrift. Die Reparatur des Stempels geschah im Zeitraum zwischen dem 23.06.1868 und dem 08.08.1868. Es ist der gleiche Stempelkörper Siehe die Beschädigung an der oberen Linie der Datumsbrücke, links. Verwendungszeitraum bis 1869?

   

Die Stempel von Locle untersuchte M. Kuppinger: In den Verwendungszeitraum der Sitzenden Helvetia fällt der Übergang der Einkreis- und Zweikreisstempel ohne Datumsbrücke hin zu Zweikreisstempeln mit Datumsbrücke, die es auch in verschiedenen Varianten gibt. Das lässt sich gut nachvollziehen, wenn man eine größere Zahl von Marken oder, besser, Briefstücken eines Ortes zur Hand hat und vergleicht. Der Übergang erfolgte meist gegen Ende der 1860er Jahre, manchmal aber auch erst in den frühen 1870er Jahren. Dabei lassen sich oft auch interessante Übergänge zwischen Stempelgruppen erkennen.

 

Die Abb. links zeigt den zeittypischen Stempel der Gruppe 115 
In der Folge wurde  offensichtlich auf einen Stempel der Gruppe 106 umgestellt, nur mit Angabe der Uhrzeit, siehe Bild rechts. 

 

 

Ab 1871 wird der nebenstehend gezeigte Zweikreisstempel mit durchgehender Datumsbrücke der Gruppe 143 verwendet.

 

Die Beispiele belegen auch der Übergang von der blauen zur roten Variante des 10-Rappen-Werts der Sitzenden Helvetia

 
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